{"id":109,"date":"2015-04-05T18:38:06","date_gmt":"2015-04-05T16:38:06","guid":{"rendered":"http:\/\/syltopia.natuerlichsylt.net\/?page_id=109"},"modified":"2016-06-01T11:58:29","modified_gmt":"2016-06-01T09:58:29","slug":"leseprobe-syltopia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.syltopia.de\/?page_id=109","title":{"rendered":"Leseprobe Syltopia"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-439\" src=\"https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-221x300.jpg\" alt=\"Buch-Mockup\" width=\"221\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-221x300.jpg 221w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-450x611.jpg 450w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-758x1030.jpg 758w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-519x705.jpg 519w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup.jpg 1035w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a>Total durchgenallt- R-Evolution auf\u00a0der Insel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wir schreiben das Jahr 2050.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Ex-Sylterin Hanna n\u00e4hert sich als Reporterin das\u00a0erstmal seit 36 Jahren wieder ihrer Heimatinsel.<br \/>\nSie reist per Luftschiff an:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kapitel VI-Auszug<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Landung<\/strong><\/p>\n<p>Hanna war gespannt, den greisen Urdig zu treffen. Sie kannte ihn aus ihrer Kindheit. Er war der Onkel ihrer Schulfreundin, mit der sie damals so viel Zeit am Rantumer Strand verbracht hatte. Von ihr hatte Hanna seit dem \u00fcberst\u00fcrzten Aufbruch in die USA nichts mehr geh\u00f6rt. Wie auch? Hanna meldete sich aus Amerika bei niemandem mehr. Sie hatte einfach ihre Vergangenheit hinter sich lassen wollen. Deshalb lag ihr jetzt der Gedanke an eine Begegnung mit ihrer Mutter Conny ziemlich quer im Magen. Sie hatten zwar nach Jahrzehnten des Schweigens vor einiger Zeit wieder lockeren Kontakt aufgenommen, aber im Grunde, war sie ihr fremd geworden. Hanna beschloss, ihr erst einmal aus dem Weg zu gehen und ihre Arbeit zu erledigen. Mit Urdig hatte sie sich f\u00fcr den kommenden Tag in seinem Uni-B\u00fcro verabredet.<br \/>\nTrotz seines stolzen Alters unterhielt der alte Weise nach wie vor seinen Sitz im runden Saal der Quelle. So nannten die Insulaner die Sylter Universit\u00e4t f\u00fcr lustvolles Lernen, die offiziell Campus Sylt hie\u00df. Sie war auf einem Gel\u00e4nde in Rantum entstanden, das bis in die zwanziger Jahre von mehreren Kasernenbauten aus dem vergangenen Jahrhundert verunstaltet war und von einem auff\u00e4lligen, kreisrunden Glasbau einer Trinkwasserquelle flankiert wurde. Die Architektur des Quellenhauses war sp\u00e4ter bei der Neuplanung des Campus Sylt ma\u00dfgebend f\u00fcr das weitere Design des Platzes, nachdem die Kasernenbauten, sowie das nahegelegene Dorf-Hotel abgerissen waren. Um das Quellenhaus waren nun in konzentrischen Kreisen H\u00f6rs\u00e4le, Arenen, Praktikums- und Seminarr\u00e4ume gruppiert. Alles aus Baustoffen errichtet, die auf der Insel noch erlaubt waren, wie Holz, Glas, Stein, Klei, Lehm und andere Naturmaterialien. In erster Linie aus Maritimstahl, einem nat\u00fcrlichen Ersatzstoff, der auf der Basis von Byssusf\u00e4den, dem elastischen Klebsekret der Miesmuschel hergestellt wurde. Der alte Rantumer Segelhafen und das Vogelschutzgebiet Rantum Becken flankierten den Campus Sylt im Nordosten.<br \/>\nHanna blickte fasziniert vom Liegepolster des Luftschiffes auf diesen merkw\u00fcrdigen Ort hinunter. Aus der Luft sah der Komplex aus, wie ein magisches Mandala, das an die mysteri\u00f6sen Kornkreise erinnerte, die in letzter Zeit weltweit immer h\u00e4ufiger aufgetaucht waren.<strong style=\"line-height: 1.5;\"><br \/>\nUrdig auf dem Weg zur Post in Westerland:<\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\"> Facebook-<\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" title=\"Facebook-Video\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/video.php?v=816247611798631\" target=\"_blank\">Video<\/a><span style=\"line-height: 1.5;\">\u00a0oder <\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" href=\"https:\/\/youtu.be\/B6_kVpavHpw\" target=\"_blank\">Youtube-Video<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der R\u00fcckblick ins Jahr 2019<\/strong><\/p>\n<p><strong>Auf Sylt ist die Lage angespannt. Die B\u00fcrgermeisterin Uschi Urban hat die Insel im Griff und unter totaler Kontrolle. Die Einzigen, die nicht belauscht werden k\u00f6nnen, sind die Wellenreiter draussen auf dem Wasser&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kapitel XI- Auszug<a href=\"http:\/\/syltopia.natuerlichsylt.net\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-374\" src=\"http:\/\/syltopia.natuerlichsylt.net\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten-300x213.png\" alt=\"Buch-Mockup-Vorne&amp;hinten\" width=\"369\" height=\"262\" srcset=\"https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten-300x213.png 300w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten-450x319.png 450w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten-1030x730.png 1030w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten-1500x1063.png 1500w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten-260x185.png 260w, https:\/\/www.syltopia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Buch-Mockup-Vornehinten-705x499.png 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Unber\u00fchrbaren<\/strong><\/p>\n<p>Es gab jedoch eine Szene, die sich, nahezu ungewollt und allein aufgrund ihrer Lebensphilosophie, dem Zugriff des Kartells entzog. Das waren die Surfer. Die Wellenreiter von Sylt bildeten das einzige verbliebene Netzwerk der Insel, das seit 2016 existierte. Eine logische Gegenbewegung zu Uschi Urban, zu Kommerz, Korruption, Hektik und Profitdenken.<br \/>\nEin Board, das Meer und eine surftaugliche Welle. Soviel gen\u00fcgte ihren Protagonisten zu einem erf\u00fcllten Leben. W\u00e4hrend andere sich die Hacken nach Aktienkursen, H\u00e4userpreisen und Gesch\u00e4ftsideen abliefen, bewegten sich die Surfer \u00fcber die D\u00fcnen zum Strand und warteten auf die passende Welle.<br \/>\nManchmal hingen die schwarzen Neoprengestalten stundenlang auf ihren Longboards im Wasser: wie ein Fliegenschwarm, der sich bei jeder aufbauenden Welle pl\u00f6tzlich kurz aufl\u00f6ste, in verschiedene Richtungen \u00fcber die Gischt stob und sp\u00e4ter kraulend an gleicher Stelle wieder zusammenfand. Dazwischen, als ultimativer Kick, ein Ritt mit dem Board in der Brandung des Lebens, das Gef\u00fchl eins zu sein mit dem Meer, eins zu sein mit dem Kosmos und der ganzen Existenz.<br \/>\nWenn diese Jungs und M\u00e4dels nach einem gierten, dann nach Wasser, Welle, Naturgewalt, Geschwindigkeit, Strand und Meeresfrische. Das waren G\u00fcter, die kostenlos waren und die nicht korrumpierbar schienen. Drau\u00dfen auf dem Wasser, beim Warten auf die Welle, hockten sie abh\u00f6rsicher zusammen. Hier hatten sie jede Menge Zeit, um Geschichten auszutauschen, die f\u00fcr fremde Ohren nicht bestimmt waren. Unter den Surfern galt noch das Credo, was einmal f\u00fcr alle Insulaner gegolten hatte: Jeder hilft jedem und alle halten zusammen.<br \/>\nDie miese Entwicklung auf der Insel stie\u00df nat\u00fcrlich auch den Wellenreitern unsanft auf, aber keiner von ihnen h\u00e4tte deswegen Sylt verlassen. Wozu braucht einer eine billige Wohnung in Nieb\u00fcll oder Husum, wenn sein Lebenszweck darin besteht, schon zum Sonnenaufgang das erste Mal \u00fcber die Kante zu lugen und zu checken, ob eine Welle l\u00e4uft und wie der Druck auf dem Wasser ist? Ins Meer reinlauschen, den Salzwind auf der Zunge schmecken und ganz weit raus zum Horizont zu sp\u00e4hen, das war ein sinnliches Erlebnis und mit Geld nicht aufzuwiegen.<br \/>\nDas Problem der Surfer war nicht die Wohnraum-Verknappung auf der Insel, sondern das zunehmende Gedr\u00e4nge auf dem Wasser. Surfen war in den vergangenen Jahren immer mehr zum Trend und schlie\u00dflich Breitensport geworden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Interview zum Buch (anl\u00e4sslich der 2. Auflage Ende Mai 2016)<\/strong><\/p>\n<div data-block=\"true\" data-editor=\"581mv\" data-offset-key=\"emb3j-0-0\">\n<div data-offset-key=\"emb3j-0-0\">\n<p><strong>Interview mit Maria Wallbrecht<\/strong><br \/>\nvon Arbeit und Leben Schleswig-Holstein<br \/>\nf\u00fcr das Seminar \u201eUtopia \u2013 Insel der idealen Gesellschaft\u201c 2016<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> Lothar, Syltopia spielt auf deiner Heimatinsel Sylt. Welche Zielgruppe spricht es an?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> Ich denke, das Buch ist sowohl interessant f\u00fcr Syltliebhaber als auch f\u00fcr Leute, die die Insel noch nicht kennen. Die Sylter Entwicklung ist ein Paradebeispiel f\u00fcr die sich zuspitzende Problematik an vielen Ferienorten und letztendlich f\u00fcr die Dynamik in unserer Gesellschaft. Man kann die Geschichte gut auch in die Berge oder an die Ostsee \u00fcbertragen. F\u00fcr Sylt-Liebhaber ist es ein Muss, weil ich viele Sylter Angelegenheiten \u00fcber eine neue Perspektive beleuchte und das Sylt-Erlebnis so hoffentlich viel nachhaltiger wird.<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> Was hat Dich veranlasst, dieses Buch zu schreiben?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> Die B\u00fcrgermeisterwahl f\u00fcr die Gemeinde Sylt im Winter 2014\/15. Eine schillernde Ex-CSU Politikerin und Landr\u00e4tin aus Bayern hatte sich als BGM Kandidatin beworben. Es folgte ein skurriler Wahlkampf.<br \/>\nSie wollte mit neuen Ideen auftrumpfen. Auf meine Frage an Sie, was Sie denn als erfahrene Landr\u00e4tin Neues in Sachen Umweltschutz auf Sylt mitbringen wolle, sprach sie begeistert von der Einf\u00fchrung \u201egelber S\u00e4cke\u201c. Da wusste ich, dass mit ihr etwas nicht stimmt:-)<br \/>\nAlso dachte ich dar\u00fcber nach, eine Satire dazu zu schreiben. Aus der Satire wurde das Buch Syltopia, das nur noch satirische Z\u00fcge aufweist.<br \/>\nLetztendlich floss es mir aus der Feder und wurde zu einem gesellschaftskritischen Buch, in dem ich meine Perspektive auf die Folgen von Tourismus, Ausverkauf und Spekulation zum Ausdruck bringe und L\u00f6sungsans\u00e4tze aufzeige, bzw. zum eigenen Phantasieren und Denken anrege.<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> Wie w\u00fcrdest Du deine Utopie, die Du im Roman f\u00fcr Sylt und letztlich f\u00fcr die ganze Welt entwirfst, zusammenfassen?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> \u201eRIF\u201d- R\u00fcckschritt ist Fortschritt. Bei aller Fortschrittsbegeisterung darf Augenma\u00df und Vernunft nicht auf der Strecke bleiben. Ferienorte m\u00fcssen sich besinnen, wozu sie da sind und wie sie ihre Funktion als Erholungsort und Naturparadies erf\u00fcllen k\u00f6nnen und bewahren wollen.<br \/>\nJeder Fortschritt sollte sich an einer gemeinsam abgestimmten Leitidee orientieren. F\u00fcr die Ferieninsel Sylt k\u00f6nnte das Motto hei\u00dfen: \u201eeinmalig sch\u00f6ne Naturinsel und heilsamer Genuss\u201c. Daran w\u00e4re dann Fortschritt und ggf. erforderlicher R\u00fcckschritt zu bemessen, der so wiederum zum Fortschritt f\u00fcr das Leitbild werden k\u00f6nnte.<br \/>\nUm \u00fcberhaupt ein Leitbild entwickeln zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten \u00fcberzogene egozentrische W\u00fcnsche einzelner Individuen und Interessengruppen abgebaut werden. Das geht nur durch eine gesellschaftliche Ver\u00e4nderung. Gesellschaften ver\u00e4ndern sich, weil Individuen sich ver\u00e4ndern. Letztendlich ist also ein Entwicklungsprozess jedes Einzelnen erforderlich, damit sich die Gesellschaft hin zu mehr Achtsamkeit ver\u00e4ndert.<br \/>\nDie Sylt-Dynamik ist ein Beispiel f\u00fcr unsere Gesellschaft. \u201eWie im Kleinen, so im Gro\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> Ein Utopie-Roman ertr\u00e4umt eine noch nicht vorhandene, bessere Welt. Was macht Syltopia, neben technologischen Verbesserungen, zu einem solchen Ort?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> Die Sylter durchlaufen in dem Roman eine innere und \u00e4u\u00dfere Wende. Es kommt zu einer psychologischen Kl\u00e4rung und Transformation. Die alten Triebkr\u00e4fte von Profitmaximierung, Eigennutz und Ellenbogenmentalit\u00e4t werden zu Gunsten von Gemeinsinn und Achtsamkeit verschoben. Die Gesellschaft besinnt sich auf das, was sie selber n\u00e4hrt, statt nur den reibungslosen Ablauf der Urlaubsmaschinerie im Auge zu haben. Dadurch wird das Leben auf der Insel wieder beschaulicher, nachhaltiger und lebenswerter f\u00fcr alle &#8211; Sylter und G\u00e4ste. Die Natur wird in jeder Hinsicht als Mitwelt geachtet- auch auf dem Speiseplan. Dadurch entsteht wieder mehr Bezug zu dem Geschenk des Lebens. Fengshui, also die sichtbare \u00c4sthetik der Landschaft wirkt sich psychologisch auf die Achtsamkeit der B\u00fcrger aus.<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> Die Syltopianer legen gro\u00dfen Wert auf Bewusstseinsschulung und energetische Verbindungen zum G\u00f6ttlichen. Inwiefern machen diese Dinge deiner Meinung nach eine bessere Gesellschaft aus?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> Die Sylter von heute sind dabei ihre Wurzeln zu verlieren oder zu vernachl\u00e4ssigen. Dadurch fehlt es an Gemeinsinn und \u201eInselspirit\u201c. Die Besinnung auf die Leistungen der Vorfahren bis hin zur Steinzeit bewirkt bei den Syltopianern einen Richtungswechsel im Denken und Handeln. Zu der materialistischen Denke w\u00e4chst wieder die Verbindung zur Dankbarkeit, Sch\u00f6nheit, Natur, g\u00f6ttlichen Existenz und Mystik. Das Leben wird tiefer und lebenswerter.<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> In Syltopia ist das Entscheidende die Verbesserung des Menschen. Die Ver\u00e4nderung der schlechten Strukturen scheint danach relativ einfach zu sein. Wie k\u00f6nnte dies, nennen wir es \u201eUmdenken weg von Gewinnmaximierung hin zum Wohlergehen aller\u201c auch ohne (unfreiwilligen) Drogenkonsum gelingen?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> Die Annahme, dass wir die Gesellschaft ver\u00e4ndern k\u00f6nnen ist ja uralt und hat nicht wirklich Fr\u00fcchte getragen, wie wir jeden Abend in den Nachrichten sehen k\u00f6nnen. Deshalb glaube ich an den Spruch: \u201ewenn du die Welt ver\u00e4ndern willst beginne mit dem Menschen den du jeden Morgen im Spiegel siehst\u201c. Das ist mit den modernen Methoden der humanistischen Psychologie durchaus m\u00f6glich (s. Human Potential Movement). Man muss es jedoch wollen und sich in einen Prozess der Selbstentwicklung begeben. Die meisten haben Angst davor, ganz pers\u00f6nlich alte Pfade zu verlassen. Im Buch brauchte ich aus dramaturgischen Gr\u00fcnden eine schnelle Wende &#8211; das ging nur mit der hom\u00f6opathischen Droge. In Wirklichkeit ist das ein langsamer Prozess, der leider meist nur durch Leidensdruck in Gang kommt.<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> In deinem Buch machst Du Sylt durch die Sprengung des Hindenburgdammes wieder zu einer richtigen Insel und diese, vernetzt mit anderen Inseln, zur Modellregion f\u00fcr die ganze Welt. Auch andere Utopie-Romane spielen auf Inseln. Hast Du eine Idee warum das so ist? Eignen sich Inseln besonders gut f\u00fcr das Schaffen einer besseren Welt?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> Eine Insel ist wie ein Reagenzglas. Dort kann auf kleinem Raum mit genau umrissenen Rahmenbedingungen experimentiert werden. \u00c4u\u00dfere Einfl\u00fcsse bleiben au\u00dfen vor. So ist es f\u00fcr den Autor und den Leser einfacher, das utopische Bild einigerma\u00dfen nachvollziehbar und realit\u00e4tsnah mitzugehen.<br \/>\nIn Realit\u00e4t ist es auch so. Auf Sylt k\u00f6nnte man tats\u00e4chlich Modellprojekte durchf\u00fchren, die in der Gesamtfl\u00e4che Deutschlands erstmal zu utopisch w\u00e4ren (z.B. Alternative Verkehrsmittel etc.).<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> Willst du uns Syltbildungsurlaubern etwas mit auf den Weg geben?<\/p>\n<p><strong>Lothar Koch:<\/strong> Diskutiert mit Syltern \u00fcber Inhalte aus Syltopia. Fragt nach, was von den Beispielen im Buch tats\u00e4chlich so gewesen ist und wie sich Eure Vermieter die Zukunft vorstellen. Schreibt an Kurdirektoren, sprecht mit Gastronomen und \u00e4u\u00dfert Eure Bed\u00fcrfnisse als G\u00e4ste, die einem sanften Tourismus den Vorzug geben. Dann k\u00f6nnte Einiges von Syltopia wahr werden.<\/p>\n<p><strong>Maria Wallbrecht:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Total durchgenallt- R-Evolution auf\u00a0der Insel Wir schreiben das Jahr 2050. &nbsp; Die Ex-Sylterin Hanna n\u00e4hert sich als Reporterin das\u00a0erstmal seit 36 Jahren wieder ihrer Heimatinsel. Sie reist per Luftschiff an: Kapitel VI-Auszug Die Landung Hanna war gespannt, den greisen Urdig zu treffen. Sie kannte ihn aus ihrer Kindheit. 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